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Kein Jahr wie jedes andere

14.06.2021

Münsters Hilfsorganisationen ziehen gemeinsam Bilanz über 2020

Das Bündnis der vier Hilfsorganisationen, bestehend aus dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und dem Malteser Hilfsdienst (MHD), stellt erneut eine gemeinsame Jahresbilanz vor. Heute wurde sie offiziell an Oberbürgermeister Markus Lewe übergeben.

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Corona war das alles dominierende Thema des Jahres 2020. Die Pandemie hat das Leben der Menschen bestimmt und das gesellschaftliche Leben heruntergefahren. Das Virus hat auch in Münster viele Menschen getroffen – ob durch eine Infektion oder durch wirtschaftliche und soziale Folgen. Doch das Coronavirus hat auch gezeigt, dass Münsters Hilfsorganisationen auch in Krisenzeiten zusammenstehen und die Bürger*innen sich jederzeit auf ihre Hilfe verlassen können.

Wer hätte am Jahresbeginn 2020 mit dieser Entwicklung gerechnet? Münsters Karneval wurde noch ausgelassen gefeiert, kurz darauf aber bereits das gesellschaftliche Leben durch den ersten und noch nie dagewesenen Lockdown komplett heruntergefahren. In den nächsten Monaten fielen Großveranstaltungen wie der Münster-Marathon, der Send, der Münsterland-Giro oder die Festivals am Haverkamp aus – und damit auch die dazugehörigen Sanitätsdienste durch ASB, DRK, Johanniter und Malteser. Die Ehrenamtlichen kamen kaum noch zum Einsatz. Ein gravierender Rückgang der Einsatzstunden von 68% wurde hier verzeichnet.

Doch auch die so lebenswichtige Erste Hilfe-Ausbildung war betroffen. Wurden im Jahr 2019 noch insgesamt 15.121 Menschen in Erster Hilfe ausgebildet, so waren es 2020 mit 8.274 ausgebildeten Ersthelfer*innen nur noch gut halb so viele. Damit diese Zahl überhaupt noch erreicht werden konnte, entwickelten die Hilfsorganisationen immer wieder neu angepasste Konzepte, damit Kurse auch unter Corona-Bedingungen stattfinden konnten.

955 Ehrenamtliche und 1.102 Hauptamtliche sind bei den vier Hilfsorganisationen tätig. Diese Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert geblieben, ebenso wie die 24.440 Fördermitglieder, welche die Arbeit von ASB, DRK, Johannitern und Maltesern in Münster unterstützen.

Auch wenn das Virus das vergangene Jahr geprägt hat – 2020 fand außerdem die größte Evakuierung der Stadtgeschichte statt. Rund 16.000 Menschen mussten am 20. September ihre Wohnungen bei der Evakuierung des Mauritz-Viertels verlassen. Notunterkünfte standen zur Verfügung und rund 1.000 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen aus Münster und dem Umland waren neben Feuerwehr und THW den ganzen Tag im Einsatz.

Unter besonderen Corona-Bedingungen startete auch am 1. April 2020 ein Meilenstein in der Geschichte der Hilfsorganisationen. Seitdem besetzen sie jeden Tag hauptamtlich zwei Rettungswagen und sind somit erstmals in den Regelrettungsdienst der Stadt eingebunden.

Alle vier Hilfsorganisationen freuen sich über neue Unterstützer*innen, die sich ehrenamtlich im Katastrophenschutz oder auch in anderen Bereichen einbringen möchten. Jetzt, da die Pandemie wieder mehr persönliche Begegnungen zulässt, ist der Einstieg in dieses spannende Ehrenamt wieder gut möglich.

Die komplette Jahresbilanz gibt es hier: www.buendnisms.de/zahlen-fakten/

Erfolgreiche Einbindung der Hilfsorganisationen in Münsters Notfallrettung

01.04.2021

Hand in Hand: Seit nun einem Jahr sind die vier münsterschen Hilfsorganisationen in die Notfallrettung der Stadt Münster – hier also im Zusammenspiel mit der Feuerwehr – eingebunden. Die Mitarbeitenden des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und des Malteser Hilfsdienstes (MHD) besetzen an der Feuer- und Rettungswache 1 am York-Ring sowie an der Wache 2 (Theodor-Scheiwe-Straße) täglich zwischen 7 und 24 Uhr einen Rettungswagen der Stadt. Im zurückliegenden Jahr wurden so rund 5800 Einsätze absolviert.

1 Jahr Notfallrettung der Hilfsorganisationen in Münster

Erfolgreiche Zusammenarbeit – hier stellvertretend die Mitarbeiter Ralf Krüger (ASB, v.l.n.r.), Johannes Hengefeld (DRK), Sebastian Eikel (JUH) und Florian Witte (Malteser) zu sehen. Foto: Stadt Münster

Der Start der Zusammenarbeit erfolgte unter den besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie. Aufgrund der Schutzmaßnahmen rückten die Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen zunächst von den eigenen Standorten aus; inzwischen ist die Einbindung auf den Feuer- und Rettungswachen allerdings etabliert und zum Alltagsgeschäft geworden. Die insgesamt 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hilfsorganisationen sind nun fester Bestandteil des Wachbetriebs.

„Die professionelle Einbindung der vier Hilfsorganisationen in den Rettungsdienst hat sich bewährt und ist vom partnerschaftlichen Miteinander geprägt“, so Martin Fallbrock, Abteilungsleiter für den Betrieb der Wachabteilungen und den Rettungsdienst bei der Feuerwehr.

Dirk Winter, Geschäftsführer der diesjährigen Sprecherorganisation ASB Münsterland, dankt allen Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehr Münster, die einen solch gelungenen Start der Hilfsorganisationen in die hauptberufliche Notfallrettung ermöglicht haben. Der Start dieses erfolgreichen Modells erfolgte über die Fortschreibung des Rettungsdienstbedarfsplans und der darin festgelegten Erweiterung der rettungsdienstlichen Notfallvorsorge.

Zeitenwechsel: Ehrenamtlicher Rettungsdienst an der „Wache 8“ endet zum Jahresende

31.12.2020

Am 30. September 2005 begann an der „Wache 8“, dem Standort des Deutschen Roten Kreuzes an der Zumsandestraße in Münster, die erste Schicht. Am 31. Dezember 2020 wird der hier an den Wochenenden stationierte, rein ehrenamtlich besetzte Rettungswagen ein letztes Mal ausrücken.

Ende Wache 8

V.l.n.r.: Ingo Schild (ASB), Patrick Wolke (DRK), Tom Unger (JUH) und Tim C. Berg (MHD)

Mehr als 15 Jahre lang ergänzten Einsatzkräfte der vier Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und Malteser Hilfsdienst (MHD) damit Münsters Notfallrettung. Jeweils von Freitag bis Sonntag nahmen sie im Auftrag der Stadt Münster in drei Schichten einen Rettungswagen in Dienst, um das Gebiet rund um das Mauritz-Viertel und den Hauptbahnhof bis zur Innenstadt bei Notrufen über die 112 abzudecken. Von der Leitstelle der Feuerwehr erhielten sie jeweils ihre Aufträge.

 „Unsere ehrenamtlichen Rettungsdienstler waren jederzeit gleichermaßen qualifiziert wie ihre hauptamtlichen Kollegen bei der Feuerwehr Münster. Und auf diese Weise konnten Sie ihre Praxiserfahrung kontinuierlich beibehalten, um auch für den ehrenamtlichen Einsatz auf Sanitätsdiensten oder im Katastrophenschutz vorbereitet zu sein“, erklärt der Sprecher der Hilfsorganisationen Tobias Jainta. Über 500 Einsätze gab es im Jahr 2020. „Wir bedanken uns herzlich bei allen Ehrenamtlichen für insgesamt rund 11.000 Einsätze in den vergangenen 15 Jahren“, so Jainta weiter.

Doch nun endet diese erfolgreiche Ära der ehrenamtlichen „Wache 8“, nicht aber die Zusammenarbeit. Seit vielen Jahren hatten ASB, DRK, JUH und MHD auf eine hauptamtliche Einbindung in Münsters Notfallrettung hingearbeitet, nun ist sie Realität: An sieben Tagen pro Woche, jeweils von 7 bis 24 Uhr, besetzen die Hilfsorganisationen mit eigenem hauptamtlichen Personal zwei Rettungswagen an den Wachen der Feuerwehr Münster. „Mit diesem großen Meilenstein wurde gleichzeitig allerdings das Ende der Wache 8 besiegelt“, bedauert Jainta den Wegfall dieses rein ehrenamtlichen Tätigkeitsfeldes der Hilfsorganisationen für Münsters Bürgerinnen und Bürger. „Damit unsere gut ausgebildeten ehrenamtlichen Rettungsdienstler aber weiterhin ihre Kenntnisse anwenden und Praxis sammeln können, haben wir gemeinsam mit der Feuerwehr eine Lösung gefunden. Sie können nun unterstützend bei den hauptamtlichen Kollegen auf den Rettungswagen der Feuerwehr mitfahren.“, so der Sprecher der Hilfsorganisationen.

Internationaler Tag des Ehrenamts: Stark in der Krise

05.12.2020

Am Tag des Ehrenamtes machen Münsters Hilfsorganisationen auf die Bedeutsamkeit Freiwilliger während der Corona-Pandemie aufmerksam.

Vor Corona gehörten sie bei vielen Gelegenheiten zum Stadtbild: Münsters freiwillige Helferinnen und Helfer des Bündnisses „Gemeinsam für Münster“, bestehend aus den vier Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst. Sie standen bereit, um bei den Sanitätsdiensten auf Münsters großen Straßenfesten, Festivals, beim Karneval oder den alljährlichen Sportveranstaltungen wie dem Münsterland Giro und Münster Marathon, Hilfesuchende zu betreuen und Verletzte zu versorgen.

Seit Großveranstaltungen abgesagt sind, sind Münsters Hilfsorganisationen öffentlich zwar weniger sichtbar – aber nicht minder aktiv. Den Internationalen Tag des Ehrenamtes nutzen die  vier Organisationen deshalb gerne, um auf die besondere Leistung der Ehrenamtlichen in Corona-Zeiten aufmerksam zu machen und ihnen für ihr ungebrochenes Engagement zu danken – in diesem Jahr mehr denn je.

„Die Pandemie hat uns allen noch einmal gezeigt, wie wichtig das Ehrenamt und die Menschen, die es beleben, sind“, sagt Tobias Jainta, Ortsbeauftragter der Malteser und diesjähriger Sprecher der Münsteraner Hilfsorganisationen. Im Rettungsdienst und im Katastrophenschutz waren die Ehrenamtlichen in gewohnter Stärke präsent – dazu kamen neue Aufgaben: So waren Münsters Hilfsorganisationen gefragt, das Land NRW bei der logistischen Herausforderung zur Verteilung von Hygieneartikeln wie Desinfektionsmitteln und Mund-Nasen-Schutzen an Krankenhäuser zu unterstützen, als diese während der ersten Corona-Welle knapp wurden. Zudem stelle das Bündnis im Frühjahr Ehrenamtliche bereit, um sogenannte „Kommunale Krankenhilfe-Einrichtungen“ in Münster vorzubereiten, die zur Entlastung der Münsteraner Kliniken dienen sollten, falls an Corona schwer erkrankte Menschen diese an ihre Grenzen bringen sollten. Glücklicherweise mussten die Krankenhilfe-Einrichtungen nicht in Betrieb gehen.

Beim Einsatz zur wohl größten Evakuierung in der Stadtgeschichte Münsters am 20. September, bewiesen die Ehrenamtlichen aller vier Hilfsorganisationen, dass außergewöhnliche Umstände sie nicht aus dem Konzept bringen und schafften somit einen guten Rahmen für alle Menschen, die bei der Bombenentschärfung in Münster-Mauritz ihre Häuser verlassen mussten. „Es ist auch für uns nicht selbstverständlich, dass sich – auch unter Coronabedingungen – Menschen so bereitwillig zum Wohle anderer einsetzen. Eine Tatsache, die mich begeistert und auch mit Stolz erfüllt“, so der Bündnissprecher.

Doch auch abseits des Einsatzgeschehens zeigt das Ehrenamt Flexibilität: ob der Gemeinschaftsabend als Online-Konferenz oder komplett digitale Fortbildungen und Planspiele, die Kreativität der engagierten Helferinnen und Helfer ist enorm. „Neben allen Herausforderungen, die diese Pandemie mit sich bringt, zeigt sie, wie zuverlässig, selbstständig und leistungsstark das System „Ehrenamt“ in Deutschland ist – trotz oder gerade in der Krise“, resümiert Jainta am Ehrentag des Ehrenamts.

Unfälle gehören zum Alltag – Leben retten leider noch nicht

Münsters Hilfsorganisationen erinnern an den Tag der Ersten Hilfe am 12. September

Ob zu Hause oder vor der Haustür, Unfälle deuten sich nicht immer an und sind schnell passiert. Gerade die ersten Minuten nach einem Unfall können den Unterschied machen und entscheiden darüber, wie schwer die Folgen für die Unfallopfer sind oder gar über Leben und Tod. Helfen ist eigentlich ganz einfach. Nur trauen sich viele Menschen nicht, denn sie wissen nicht, was zu tun ist. Hier setzt das Bündnis „Gemeinsam für Münster“, bestehend aus den vier Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter und Malteser an und erinnert am Tag der Ersten Hilfe an die Bedeutung der lebensrettenden Sofortmaßnahmen.

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Benedikt Sturm (DRK), Barbara Allamoda (Johanniter), Anne Hesse (Malteser) und André Brocks (ASB) Foto: Maren Kuiter

„Es gibt Situationen in unserem Leben, über die niemand gerne nachdenkt: die Kollegin oder der Kollege bricht plötzlich bei der Arbeit zusammen, Ihr Kind bekommt keine Luft mehr oder Sie beobachten einen Fahrradunfall auf der Promenade. Dann ist Ihre Hilfe gefragt.“ Erklärt Benedikt Sturm vom Deutschen Roten Kreuz.

So hat es im vergangenen Jahr in Münster 11 515 Verkehrsunfälle mit 1583 Verletzten gegeben. In solchen Situationen heißt es ruhig bleiben. Im Notfall ist es wichtig, die Unfallstelle zu sichern, ohne sich selbst in Gefahr zu begeben. Danach verschafft man sich einen Überblick über die Situation und setzt den Notruf ab. „Hier sind die vier W-Fragen für die Leitstelle wichtig: Wo ist der Unfall passiert? Was ist genau passiert? Wie viele Personen sind verletzt? Welche Verletzungen können Sie erkennen? Danach wartet man auf Rückfragen“, weiß Anne Hesse vom Malteser Hilfsdienst.

Erste Hilfe ist lernbar und die vier Hilfsorganisationen bieten nun auch in Zeiten von Corona wieder Erste-Hilfe-Kurse an. „Wir sind glücklich, dass wir durch unsere entwickelten Hygienekonzepte wieder Kurse anbieten können“ berichtet Barbara Allamoda von den Johannitern. „Dieses Angebot richtet sich an Firmen, Fahrschülerinnen und Fahrschüler und natürlich an alle, die wissen möchten, wie man sich im Notfall richtig verhält“ ergänzt André Brocks vom Arbeiter-Samariter-Bund.

Zu den Erste-Hilfe-Kursen…

Münsters Hilfsorganisationen ziehen Bilanz: 65.327
ehrenamtlich geleistete Stunden für Münster im Jahr 2019

18.06.2020

Übergabe_Jahresbericht

V.l.n.r.: Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer, Heinz-Peter Günnewig (MHD), Dirk Winter (ASB), Markus Haubrich (JUH), André Weber (ASB), Oberbürgermeister Markus Lewe, Hannelore Böhnke-Bruns (DRK), Carsten März (JUH) und Tobias Jainta (MHD)

Bereits zum neunten Mal in Folge überreicht das Bündnis „Gemeinsam für Münster“, bestehend aus dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und dem Malteser Hilfsdienst (MHD) ihre Jahresbilanz an Dezernent Wolfgang Heuer und Oberbürgermeister Markus Lewe.

„Münsters Hilfsorganisationen leisten einen erheblichen Beitrag für die Sicherheit der Menschen in Münster. Nicht zuletzt auch während der Corona-Pandemie stehen die Hilfsorganisationen der Stadt zuverlässig zur Seite“, so Oberbürgermeister Markus Lewe. Er bedankt sich bei den Vertretern der Münsteraner Hilfsorganisationen für das ehrenamtliche Engagement der vielen Helferinnen und Helfer.

Im Jahr 2019 wurden über 65.000 ehrenamtliche Stunden geleistet, das sind 18 Prozent mehr als im Vorjahr. So waren neben den vielen gemeinsamen Sanitätsdiensten, z. B. bei verschiedenen Evakuierungen, dem Münster Marathon oder dem Münsterland-Giro insgesamt 920 hauptamtliche und 940 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für die Sicherheit in Münster im Einsatz. Die Zahl der Ehrenamtlichen ist zum Vorjahr um 13 Prozent gestiegen. Auch am „Tag der Ersten Hilfe“ haben sich die Hilfsorganisationen gemeinsam engagiert. „Das wollen wir auch in diesem Jahr wieder tun“, erklärt Tobias Jainta, der diesjährige Sprecher des Bündnisses.

Natürlich beeinträchtigt die Corona-Pandemie auch die Bildungsarbeit der Hilfsorganisationen. „Unser Kursangebot, z. B. zur Ausbildung der Ersthelferinnen und Ersthelfer konnte mehrere Wochen nicht stattfinden. Als Bündnis arbeiten wir gemeinsam an Lösungswegen zur Wiederaufnahme unserer Kurse und unterstützen uns gegenseitig“, so Jainta.

Ein besonderer Meilenstein wurde am 1. April dieses Jahres erreicht. Hier besetzen Münsters Hilfsorganisationen insgesamt zwei Rettungswagen und werden damit erstmals in den Regelrettungsdienst der Stadt Münster eingebunden. „Ein großartiger Moment, auf den die Hilfsorganisationen über Jahre hingearbeitet haben“, erklärt Tobias Jainta. Die Vertreterinnen und Vertreter des Bündnisses sind sich einig, ihre Zusammenarbeit lässt die Münsteraner Bürgerinnen und Bürger sicherer leben und auch im Notfall gut versorgt sein.

Münsteraner Hilfsorganisationen stellen alltäglich den ehrenamtlichen Bereitschaftsdienst „Leiter Hilfsorganisationen“

Modellprojekt bewährt sich seit 20 Jahren

14.01.2020 – Mit dem Dienst „Leiter Hilfsorganisationen“ unterstützt eine kleine ehrenamtliche Gruppe, bestehend aus Führungskräften vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und dem Malteser Hilfsdienst (MHD), seit inzwischen 20 Jahren die Gefahrenabwehr in der Stadt Münster. Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, aufgeteilt in 12-Stunden-Schichten.

Jedes der zehn Mitglieder dieser Gruppe hat im Durchschnitt also 8x im Monat Dienst und fungiert im Einsatzfall als zentraler Ansprechpartner der vier Hilfsorganisationen für die Feuerwehr Münster. „Es ist die große Errungenschaft dieses Modells, dass wir mit dem Leiter Hilfsorganisationen einheitlich auftreten können, auch wenn mehrere Hilfsorganisationen an einem Einsatz beteiligt sind.“, erklärt der Sprecher der Gruppe Rüdiger Körmann von den Johannitern. Alle eingesetzten Helferinnen und Helfer – egal ob ASB, DRK, JUH oder MHD – unterstehen dann dem diensthabenden Leiter Hilfsorganisationen. „Wir können somit viel effizienter agieren und bei größeren Schadenslagen, zum Beispiel wenn Menschen evakuiert und betreut werden müssen, schnell und gezielt helfen.“, so Körmann weiter.

Diese Einschätzung teilt auch Stadtrat Wolfgang Heuer als zuständiger Dezernent. „Für die Stadt Münster stellt die Funktion „Leiter Hilfsorganisationen“ eine ganz erhebliche Hilfestellung im Umgang mit Schadenslagen dar. Dieser ehrenamtliche Dienst ist ein wichtiger Bestandteil unserer Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen und ich bin dankbar, dass es ihn gibt.“

In der Silvesternacht 1999/2000 wurde der Dienst in Münster gestartet und ist mittlerweile auch in anderen Kreisen und Kommunen zu einem Erfolgsmodell geworden. Die Leiter Hilfsorganisationen sind rettungsdienstlich und einsatztaktisch gleichermaßen qualifiziert wie die Kollegen der Feuerwehr Münster. Sie haben langjährige Erfahrung und intensive Ortskenntnisse. „Bei Einsätzen ist die Zusammenarbeit mit dem Führungsdienst der Feuerwehr und zwischen den Hilfsorganisationen routiniert und vertrauensvoll“, unterstreicht Thomas Lüchtefeld vom DRK. Es gibt regelmäßige Treffen, um Herausforderungen gemeinsam zu lösen. „Klar ist, dass wir alle die Strukturen, die handelnden Personen, das Material, die Fahrzeuge und die Standorte der Wachen aller vier Hilfsorganisationen in- und auswendig kennen“, ergänzt Ingo Schild vom ASB. Über die Zeit hat sich die Zusammenarbeit mehr und mehr intensiviert, so dass der Leiter Hilfsorganisationen inzwischen eigene Einsatzabschnitte führt und als fester Bestandteil der Gefahrenabwehr auch einen eigenen Platz im Stabsraum der Feuerwehr hat.

„Dieser Dienst ist eine wichtige und schöne Aufgabe und wir alle sind auch ein wenig stolz, ein Teil davon zu sein. Auch wenn das bedeutet, dass man während der Dienstzeit natürlich im Stadtgebiet bleiben muss und die Einsatztasche immer mitfährt“, schildert der Malteser Hendrik Feldhues. Das ganze System funktioniert allerdings nur, wenn die Arbeitgeber der Ehrenamtlichen mitspielen, denn Alarmierungen sind nicht planbar.

Aktuell sind als „Leiter Hilfsorganisationen“ aktiv: Pascal Berghammer (JUH), Roman Ehring (DRK), Hendrik Feldhues (MHD), Rüdiger Körmann (JUH), Michael Krimpmann (DRK), Thomas Lüchtefeld (DRK), Carsten März (JUH), Dr. Philipp Reinke (ASB), Ingo Schild (ASB) und André Weber (ASB).

Einsatzbilanz des Münsterland-Giro

04.10.2019 – 60 verletzte Radsportlerinnen und Radsportlern mussten die Einsatzkräfte von ASB, DRK, Johannitern und Maltesern während des 14. Sparkassen Münsterland Giros sanitätsdienstlich erstversorgen (2018: 30 Hilfeleistungen). 11 Transporte nach Erstversorgung zur Weiterbehandlung in umliegende Krankenhäuser waren notwendig (2018: 12). Einmal kam dabei ein Rettungstransporthubschrauber zum Einsatz.

Einsatzleiter Christian Jabs von den Maltesern ist mit der Leistung des Sanitätsdienstes und der Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst sehr zufrieden:

„71 Einsatzkräfte, die sich an einem Feiertag ehrenamtlich engagieren, das ist keine Selbstverständlichkeit und ein deutliches Zeichen für die Einsatzstärke und Leistungsbereitschaft der Hilfsorganisationen in Münster“.

In der Feuerwache 1 am York-Ring hatte die Feuerwehr Münster mit den vier Hilfsorganisationen eine gemeinsame Einsatzleitung eingerichtet, die die Arbeit der zwei Krankentransportwagen, der acht Rettungswagen, der 14 Kräder, eines Notarzteinsatzfahrzeugs sowie der zwei mobilen und der festen Unfallhilfsstelle zur Sicherung der Teilnehmer und Zuschauer entlang fast 200 Kilometer langen Strecke koordinierte.

„Das überwiegend trockene und milde Wetter begünstigte den positiven Verlauf der Jedermann-Rennen des GIRO bis zum frühen Nachmittag“, so Gesamteinsatzleiter Ludger Kolodziej von der Berufsfeuerwehr Münster.

Allerdings wurden die Profis dann vom Wetter nicht verwöhnt. Einsetzender Regen machte den Teams auf ihrer Tour durch die Kreise Steinfurt und Warendorf bis zum Ziel in Münster zu schaffen. „Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und Hilfsorganisationen, mit dem auch Einsatzspitzen entlang der Strecke gut bewältigt werden konnten, hat sich heute wieder bewährt“, zieht er eine positive Bilanz. „Bereits zum 14. Mal betreuen wir dieses Radsport-Ereignis in Münster, dennoch ist es jedes Jahr eine Herausforderung, in dem weiträumigen Einsatzgebiet bei Wind und Wetter für die notfallmedizinische Versorgung der Sportler, aber auch der Zuschauer zu sorgen“, ergänzt Christian Jabs. Die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter, den Rettungsleitstellen in den benachbarten Kreisen Steinfurt und Warendorf sowie der Polizei sei vor und während des Giro-Tages mittlerweile routiniert, eng und partnerschaftlich.

Im Notfall gut versorgt: Sanitäts- und Rettungsdienst beim 18. Volksbank Münster Marathon

08.09.2019 – Der Volksbank Münster Marathon hat sich zur größten und beliebtesten Münsteraner Sportveranstaltung entwickelt. Neben den 5.000 Teilnehmenden des klassischen Marathonlaufs, starteten auch rund 5.600 Sportlerinnen und Sportler beim Staffellauf. Zusätzlich fanden der Kids-Marathon sowie zwei Charity- bzw. Sponsorenläufe statt.marathon-2019

Alle, die beim Marathon teilnahmen oder zuschauten, konnten bei Notfällen jederzeit auf schnelle medizinische Hilfe vertrauen. Dafür sorgten die rund 85 ehrenamtlichen Sanitäterinnen und Sanitäter sowie Notärztinnen und Notärzte vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) sowie vom Malteser Hilfsdienst (MHD). Die vier Hilfsorganisationen und die Feuerwehr bildeten auf der Feuer- und Rettungswache 1 eine gemeinsame Einsatzleitung für den Sanitätswachdienst, Rettungsdienst und den Brandschutz. Die Gesamtverantwortung für die behördliche Gefahrenabwehr lag bei Brandamtsrat André Andrasch von der Feuerwehr Münster. Der Sanitätswachdienst stand in diesem Jahr turnusgemäß unter der Leitung von Thomas Lüchtefeld vom DRK.

Bis zum Ende der Veranstaltung zählte die Einsatzleitung 23 Hilfeleistungen. Davon wurden drei Patientinnen und Patienten mit Rettungswagen in Krankenhäuser transportiert. Flüssigkeitsmangel, Kreislaufprobleme, Abschürfungen und kleinere Verletzungen gehörten zu den häufigsten Notfällen. Insgesamt kann der Veranstaltungsverlauf aus rettungsdienstlicher Sicht als äußerst ruhig bezeichnet werden.

Entlang der kompletten Strecke wurden an verschiedenen Stellen vier Medical Points und fünf mobile Unfallhilfsstellen eingerichtet. Die Medical Points boten den Patientinnen und Patienten eine umfassende medizinische Versorgung, während die Unfallhilfsstellen für leichtere medizinische Hilfeleistungen zuständig waren. Wenn weitergehende Hilfe nötig war, standen zusätzlich elf Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeuge der Hilfsorganisationen bereit. Diese wurden von vier Ärzten des Zentrums für Sportmedizin unterstützt. Sie begleiteten die Sportlerinnen und Sportler mit Fahrrädern und übernahmen bei Bedarf eine Erstversorgung bis der Rettungsdienst eintraf.