„Premiere an der Elbe.“

Bernhard KuperBernhard Kuper

68 Jahre,
Pensionierter Elektriker,
Leiter Verpflegungstrupp, Feldkoch.
Seit 1962 beim MHD.

„Das hab ich noch nie erlebt“, ist Bernhard Kuper von den Maltesern immer noch baff. Gerade hat der 6. Wasserrettungszug der DLRG vom Landesverband Westfalen der Münsteraner Feldküche zum Abschied und zum Dank ein herzliches und dreifach kräftiges „Plitsch-Nass“ auf einem Schulhof in Schönebeck an der Elbe gebracht, wo die Münsteraner Hilfsorganisationen im Rahmen des Hochwassereinsatzes im Juni 2013 ihre Feldküche und Essenausgabe aufgebaut hatten.

Seit Montag in der Frühe ist die Truppe um Malteser-Küchenchef Bernhard Kuper im Einsatz. Es ist für alle eine Premiere, denn zum ersten Mal haben ASB, DRK, Johanniter und Malteser aus Münster in einem Einsatz gemeinsam am Herd gestanden, um mehrere hundert Einsatzkräfte der DLRG zu versorgen. Und mit Erfolg, denn die Kollegen sind von den Münsteraner Kochkünsten an der „Gulaschkanone“ begeistert. Feldküchen gehören in Deutschland zum festen Inventar bei Katastrophen. Das umgangssprachliche „Gulaschkanone“ tut dem guten Stück aber unrecht. Braten mit Kartoffeln und Gemüse; Rouladen, Kartoffeln, Rotkohl, Eis, Gyros, Reis, Krautsalat oder Chili con Carne, Salat – alles machbar, beteuert Kuper, der selber 45 Jahre als Elektriker gearbeitet hat. Anders als auf einem herkömmlichen Herd gibt es keine Platten, sondern Kessel und Pfannen, die in den Ofen eingelassen sind und bis zu 125 Liter fassen. So lassen sich mit einem Durchgang rund 250 Leute verpflegen. Der Ofen wurde früher mit Diesel, Holz oder Propangas beheizt – allerdings am liebsten mit Gas, weil es am saubersten ist.

Hand in Hand
Nach fünf Tagen und einem Küchenbetrieb rund um die Uhr merkt man dem Küchenteam die Anstrengungen langsam an. „Die Lage entspannt sich zum Glück weiter, so dass wir auch bald abrücken können“, beschreibt Michael Meiertoberend von den Johannitern die Situation.

Für den Feldkoch war es gar keine Frage, als er gebeten wurde, gemeinsam mit den Kollegen der anderen drei Hilfsorganisationen in den Einsatz zu gehen. „Das ist ein tolles Team und der Einsatz hier hat großartig geklappt“. Das meint auch Carina Schröder vom DRK. Die junge Frau ist zum ersten Mal in so einem Großeinsatz und ganz alleine unter ihren männlichen Kollegen. „Aber diese Gemeinschaft aus jüngeren und älteren Kollegen ist faszinierend“. Genauso wie die Einwohner des kleinen Schönebeck im Salzlandkreis, die täglich Kuchen bringen und den Helfern anbieten, ihre verschwitzte Wäsche zu waschen. „Neben unserer Feldküche steht ein Kindergarten und jeden Tag bringen uns die Kinder Kuchen und Bilder, die sie gemalt haben“, ist Nils Hermes vom ASB immer noch begeistert. Auch für den jungen Betreuungshelfer ist es der erste große Katastropheneinsatz. Er wird, wie viele tausend andere Einsatzkräfte auch, motiviert für seine weitere Zukunft aus diesem Einsatz nach hause fahren. „Es ist schon beeindruckend, wie hier alles Hand in Hand geklappt hat, im Großen wie im Kleinen“.